Der Domänenhof auf dem heutigen Schlossgut Altlandsberg ist der historische Wirtschaftshof der ehemaligen Schloss- und Domänenanlage von Altlandsberg. Seine Geschichte reicht bis ins Mittelalter zurück und ist eng mit der Entwicklung der Herrschaft Altlandsberg sowie der preußischen Geschichte verbunden.
Das Gelände entstand ursprünglich im Umfeld einer mittelalterlichen Burganlage, die seit dem 13. Jahrhundert bestand. Nachdem Reichsfreiherr Otto von Schwerin 1654 die Herrschaft Altlandsberg erworben hatte, ließ er ab 1657 ein repräsentatives dreiflügeliges Schloss mit Wirtschaftshof, Gärten und Park im holländischen Barockstil errichten. Der spätere Domänenhof war dabei das wirtschaftliche Zentrum der Anlage.
Seit den 1660er Jahren diente das Schloss als Sommerquartier der brandenburgischen Kurprinzen. 1708 ging die gesamte Anlage in königlichen Besitz über und wurde zur preußischen Domäne „Amt Alt-Landsberg“.
Der Wirtschaftshof entwickelte sich nun zu einem staatlichen Domänenbetrieb mit Landwirtschaft, Brauerei und Viehwirtschaft.
Nachdem das Schloss 1757 bei einem Brand weitgehend zerstört worden war, blieb der Domänenhof erhalten und gewann sogar an Bedeutung.
Während das Schloss verfiel, wurden die Wirtschaftsgebäude weiter genutzt. Im 19. Jahrhundert entstanden dort zusätzliche Stall- und Wirtschaftsgebäude, darunter die bis heute erhaltenen Kuh- und Pferdeställe. Gleichzeitig wurde der Hof auf seine heutige Größe erweitert. Die Entwicklungen zeigen die beiden Grafiken.
(Quelle: Landesarchiv)
1882 entstand auf dem Domänenhof das Gutshaus als Wohn- und Verwaltungssitz des Domänenpächters Heinrich Schrader. Die Domäne blieb auch nach der Auflösung des königlich-preußischen Amtes im Staatsbesitz und wurde weiter verpachtet.
Schwerpunkt der Wirtschaft waren Milchwirtschaft und Schäferei.
Nach 1945 nutzten verschiedene Einrichtungen der DDR-Zeit die Gebäude weiter, unter anderem die LPG „Ernst Thälmann“. Viele Bauten verfielen jedoch zunehmend.
Erst ab den 2000er Jahren begann beginnend mit dem Gutshaus eine umfassende Sanierung des gesamten Schlossgut-Areals. Auch das Brau- und Brennhaus sowie der Domänenhof wurden restauriert und neuen kulturellen Nutzungen zugeführt. Seit 2016 wird dort wieder Bier gebraut, außerdem finden Märkte, Konzerte, Hochzeiten und Veranstaltungen statt. (Quelle Foto: Strausberg Live Fotogalerie)


