Der Lustgarten im Schlossgut Altlandsberg hat eine bewegte Geschichte, die von einer barocken Prachtanlage über eine landwirtschaftliche Nutzung bis hin zur modernen Rekonstruktion reicht.
Barocke Entstehung (17. Jahrhundert):
Der Garten wurde unter Reichsfreiherr Otto von Schwerin angelegt, der ab 1658 das Schlossgut errichten ließ. Er diente als repräsentativer Schlossgarten für den Adel und war in mehrere Terrassen gegliedert.
Königliche Residenz (1708–1713):
In dieser Zeit diente Altlandsberg als königliche Residenz für Friedrich I., der dort bereits Teile seiner Jugend verbracht hatte. Der Lustgarten war zu dieser Zeit ein zentrales Element des höfischen Lebens.
Wandel zur Domäne:
Nach der Blütezeit als Residenz wurde das Areal als königliche Domäne landwirtschaftlich genutzt. Der einstige Lustgarten verlor seinen repräsentativen Charakter und diente funktionalen Zwecken des Gutes.
Verfall und Zweckentfremdung:
Im Laufe der Jahrhunderte verschwand die barocke Struktur fast vollständig. Teile des Areals wurden bebaut oder für die Viehhaltung (Kuh- und Pferdeställe) genutzt.
Wiedergeburt (seit den 2010er Jahren):
Im Rahmen der umfassenden Sanierung des Schlossgut-Ensembles wurde der Lustgarten als barocker Schlosspark rekonstruiert. Die Grundelemente des originalen barocken Lustgartens, nämlich Topografie, Aussenkanäle, Endkanal, Kreuzteich und Mittelallee, waren noch vorhanden und wurden maßlich wie auch in ihrer Materialität durch Gartenhistoriker und Archäologen umfassend erforscht. Bodenaufschlüsse dienen der Feststellung der originalen Höhen des Parterres und der Sicherung von Wegeaufbauten und Materialien sowie Wegebreiten und Wegelängen. Dabei wurden auch die Uferlinien und Kanalbreiten sowie Uferbefestigungen bestimmt. Auf diese Erkenntnisse aufbauend wurde der Lustgarten geplant und in seinem jetzigen Erscheinungsbild errichtet.




